Nachhaltige öffentliche Beschaffung

Bundesrat  und BKB fördern  die nachhaltige öffentliche Beschaffung
Nachhaltig beschaffen bedeutet, die öffentlichen Mittel sowohl wirtschaftlich als auch sozial verantwortungsvoll und ökologisch einzusetzen.

Daher unterstützt der Bundesrat die Herstellung und den Konsum von Gütern, Dienstleistungen und Bauwerken, die über ihren gesamten Lebensweg hohen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Anforderungen genügen. Konsumentinnen und Konsumenten können durch die Nachfrage solcher Produkte einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Der Bund selbst will bei seinem Konsumverhalten eine Vorbildfunktion einnehmen, indem er Güter und Dienstleistungen beschafft sowie Bauwerke realisiert, die wirtschaftlich, umweltschonend und gesundheitsverträglich sind und die sozial verantwortungsvoll produziert werden. Dabei ist das international verankerte Diskriminierungsverbot (Gleichbehandlung von in- und ausländischen Anbietern) zu respektieren.

Die nachhaltige öffentliche Beschaffung ist zugleich ein bedeutendes Element für die Verwirklichung der im Rahmen der Agenda 2030 vereinbarten Sustainable Development Goals (SDGs). SDG 12 betrifft verantwortungsvolle Konsum- und Produktionsmuster. Ein Fokus liegt dabei auf der Förderung von Nachhaltigkeitskriterien im öffentlichen Beschaffungswesen.

Die BKB-Leitsätze für eine nachhaltige Beschaffung von Gütern und Dienstleistungen dienen als Grundlage zur Erarbeitung von Hilfsmittel und Unterlagen für die nachhaltige Beschaffung auf allen drei föderalen Ebenen.

Was heisst wirtschaftlich beschaffen?
„Wirtschaftlich beschaffen“ bedeutet nicht „möglichst billig beschaffen“. Der Zuschlag wird an das wirtschaftlich günstigste Angebot erteilt, d.h. dasjenige mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis. Es wird ermittelt, indem Qualität und Preis einer Leistung sowie je nach Leistungsgegenstand weitere Kriterien (z.B. Lebenszykluskosten) berücksichtigt werden. Nur bei sog. Standardprodukten (wie Schrauben) darf der Preis als alleiniges Kriterium dienen.  

Was heisst sozial verantwortungsvoll beschaffen?
Die Einhaltung gewisser sozialer Standards ist für einen funktionierenden Wettbewerb unverzichtbar und deshalb verbindlich vorgeschrieben:

Leistungen in der Schweiz dürfen nur vergeben werden, wenn der Anbieter die hier geltenden Arbeitsbedingungen, Arbeitsschutzbestimmungen und die Lohngleichheit zwischen Frau und Mann einhält (Art. 8 Abs. 1 Bst. b und c BöB).

Was heisst ökologisch beschaffen?
Ökologische Beschaffung geht weiter als das Berücksichtigen von Anbietern und Produkten, welche die einschlägige Umweltschutzgesetzgebung einhalten. Ökologisch beschaffen heisst, dass die öffentliche Hand Produkte mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Umwelt nachfragt, die entlang des gesamten Lebenszyklus die natürlichen Ressourcen schonen. Solche Lebenszyklusbetrachtungen können beispielsweise mit Ökobilanzen vorgenommen werden. Diese wiederum bilden die Basis für Ökolabels.

Die Berücksichtigung ökologischer Kriterien bei der Beschaffung, sei es im Rahmen von technischen Spezifikationen oder Zuschlagskriterien, kann zudem zur Erreichung der von der Schweiz in internationalen Abkommen vereinbarten Umweltziele beitragen (z.B. Kyoto-, Montreal-Protokoll und Pariser Klimaabkommen).

Vorteile der nachhaltigen öffentlichen Beschaffung
Die nachhaltige öffentliche Beschaffung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung von Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und zum Schutz der Umwelt. Sie bringt insbesondere folgende Vorteile mit sich:

  • Wirtschaftlichkeit: Durch geringere Ausgaben für Energie und Rohstoffe sowie bei der Abfallentsorgung können Kosten eingespart werden.

  • Volkswirtschaftlicher Nutzen: Durch die verminderte Umweltbelastung entstehen geringere externe Kosten (z.B. Gesundheitskosten, Fassadensanierungskosten, Lärmsanierung, Erhalt der Artenvielfalt). Die Berücksichtigung des Lehrlingskriteriums bei Beschaffungen ausserhalb des Staatsvertragsbereichs fördert das Berufsbildungssystem der Schweiz.

  • Innovationsförderung: Mit der gezielten Nachfrage nach ökoeffizienten Produkten wird die Innovationskraft der Wirtschaft gefördert und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt.

  • Soziale Stabilität: Die Nachfrage nach fair produzierten Gütern kann menschenwürdige Arbeitsplätze und damit Lebensqualität und soziale Stabilität schaffen.

  • Geringere Umweltbelastung: Weniger Ausstoss umweltgefährdender Stoffe bei Ressourcengewinnung, Produktion, Gebrauch und Wiederverwertung oder Entsorgung.

  • Ressourcenschonung: Durch verbesserte Ökoeffizienz (weniger Ressourcenverbrauch für dieselbe Leistung) und konsequente Anforderungen an die Wiederverwertung und die Trennbarkeit der Rohstoffe werden die natürlichen Ressourcen geschont.

Umsetzung und Fachstellen
Die vom Bundesrat vorgesehenen Umsetzungsinstrumente werden von der BKB und der KBOB in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt BAFU, weiteren Fachstellen sowie den Beschaffungsstellen zur Verfügung gestellt.

Für die Beschafferinnen und Beschaffer "nachhaltiger" Bauleistungen

Für Fachleute, die Ökobilanzen erstellen

Für Fachleute, die Ökobilanzen im Baubereich erstellen

Fachstelle ökologische öffentliche Beschaffung

Direktion für Arbeit des SECO

Eidgenössisches Büro für Gleichstellung von Frau und Mann

Weiterführende Informationen

Letzte Änderung 30.01.2019

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